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Gemeinschaft im Klassenzimmer

Ein neuer Kurs…ein leerer Klassenraum.

Neue Teilnehmer kommen und sitzen für sich, sind auf den Lehrer gespannt.

Der Unterricht fängt an, jeder stellt sich vor…Ich heiße….Ich komme, jeder spricht über sich…

Erste Interaktion Ich heiße… du heißt…Ich komme… du kommst…

und dann…  das erste “ wir“,  „wir lernen ab jetzt zusammen“

Wir… wichtiges Wort, ein Wort das trägt und motiviert. Das Wir-Gefühl entsteht.  Wir bauen eine Beziehung zueinander auf, ein Zusammengehörigkeitsgefühl, denn wir haben zumindest ein gemeinsames Ziel: das Deutschlernen.

Wir lernen uns kennen und entdecken, dass wir viele Gemeinsamkeiten haben. Wir haben unsere Heimat verlassen und wollen uns ein neues und besseres Leben aufbauen. Jeder von uns weißt, wie es sich anfühlt, alles hinter sich zu lassen um in einer neuen Kultur zu leben ohne den Rückhalt  der Familie.

Die gemeinsamen WhatsApp Gruppen, wo wir uns austauschen können und wo die ersten netten Grüße geschrieben werden. Ein „gute Nacht, schlaft gut meine Freunde. Ich freue mich auf Morgen“ kann eine große Bedeutung haben, wenn man allein ist. Wir haben gemeinsame Erfahrungen, die uns verbinden. Mal lachen, mal werden glückliche Momente oder Unsicherheiten und schwierige Situationen geteilt. Wir erfahren Zuwendung, fühlen uns angenommen und werden ein Stück weit  durch die Gemeinschaft getragen. Zusammen werden  wir stark und können mehr erreichen. Wir helfen uns gegenseitig und sind für einander da, denn … jetzt sind wir eine Gemeinschaft!

 

 

Kommt mit, steigt ein!

Continents

Liebe Leserin, lieber Leser, 

du bist gerne eingeladen, mit uns auf eine wunderbare Reise zu gehen.

Damit wir sie am besten genießen können, müssen wir alle unsere Sinne schärfen: wir treten in die Welt der Wörter ein. 

Dann besorgt euch eure Reisetickets, findet einen schönen Platz, am liebsten neben dem Fenster und weit weg von Geräuschen und lasst euch überraschen: es geht los!

Das Gepäck soll ganz leicht sein: Bereitschaft, Zusammenarbeit und Offenheit. Dies sind die wichtigsten Dinge, die ihr für diese Reise mitbringen solltet. Lebenserfahrung und -klar- gute Laune, wie bei allem im Leben, können ganz gut helfen.

Schaut euch die Welt an: die Wörter sind überall! Wie in einer Bahn, die an verschiedenen Landschaften vorbeifährt, werden wir bei unserer Reise alle Arten von Wörtern wahrnehmen. Bei manchen Wörtern dauert es noch eine Weile, bis wir sie erkennen können. Eben: sie faszinieren uns, wenn wir sie von anderen hören, aber sie können auch schmecken, riechen und sogar kitzeln, wenn wir sie benutzen und verstehen.

Probiert sie jeden Tag aus – bei jeder Gelegenheit – ! “Wie sagt man das?” “Können Sie das bitte wiederholen?” “Was heißt Rabatt?”
Habt Spaß beim Lernen, ich meine, Reisen. Habt keine Angst. Oder versucht zumindestens nicht viel Wert darauf zu legen, was die anderen denken oder sagen könnten. Auch wenn ihr 55 Male Eich-hörn-chen aussprechen müsst. Seid bereit aus eurem Schneckenhaus zu kriechen!

Oder anders gesagt: versucht eure Gedanken als Kinder zu verkleiden. Kinder sind freier im Kopf, haben weniger Angst Dinge auszuprobieren, sich zu bewegen, sich wehzutun. Sie riskieren mehr, weil am Ende für sie alles ein großes Spiel ist. 

Nehmt euch Zeit. Bei dieser Reise sollte man keine Eile haben. Weil unser Ziel zu erreichen weniger wichtig ist als den Weg selbst zu genießen! 

Und wenn ihr merkt, dass ihr schon die Wörter spüren, erleben, sie selber nutzen, pflegen und  erschaffen könnt, dann können wir sagen, ihr seid schon da!

-Rachel Topfstedt